Anti-Piraterie-Antrieb sieht neue Entwicklungen - ein Urteil und ein Betrug

Das Bestreben gegen Urheberrechtsverletzungen und Online-Piraterie ist in diesen Tagen schief gegangen. Inhaltsproduzenten suchen nach Personen, die möglicherweise den geringsten Zusammenhang mit einer möglichen Verletzung von urheberrechtlich geschütztem Inhalt haben. Strafverfolgungsbehörden suchen nach berüchtigten Filesharing-Sites, die von der Content-Branche nicht gemocht werden. Gerichte entscheiden manchmal, um das öffentliche Interesse zu wahren, und manchmal zugunsten von Produzenten von Inhalten. Das Ganze um Urheberrecht und Piraterie ist chaotisch geworden. Und wo sind wir inmitten all dieses Chaos - die Menschen?


Zwei aktuelle Ereignisse müssen berücksichtigt werden, um die Antwort zu erhalten. Nein, ich spreche nicht von Kim Dotcoms Prozess oder Demonoids Abschaltung. Diese beiden Ereignisse haben nicht den Glanz der letzteren Ereignisse, sollten jedoch mit Aufmerksamkeit betrachtet werden. Das erste ist das Urteil des Bundesgerichtshofs, wonach ISPs die persönlichen Daten wie Namen und Adressen illegaler Filesharer übergeben müssen, wenn Rechteinhaber dies verlangen - unabhängig vom Umfang der Urheberrechtsverletzung. Das zweite wichtige Ereignis ist eine Warnung der Polizei in Schweden an die Internetnutzer, sich der Betrugsbekämpfung gegen Piraterie bewusst zu werden.

Das deutsche Gerichtsurteil kam im Fall von Naidoo Records (dem Rechteinhaber) gegen die Deutsche Telekom (deutscher Telekommunikationsriese und Internetdienstanbieter). Die Deutsche Telekom ist einer Aufforderung von Naidoo Records nachgekommen, die Namen und Adressen von Nutzern unter einem bestimmten geistigen Eigentum wegen Urheberrechtsverletzung eines Musikstücks offenzulegen. Der Musikverlag bestritt die Zusammenarbeit vor Gericht, und jetzt hat das Gericht zugunsten von ihnen entschieden. Ein noch so unbedeutender Rechtsverstoß sei Grund genug, die Angaben der Rechtsverletzer an den Rechteinhaber weiterzuleiten. Anscheinend können die Bürger Deutschlands damit rechnen, rechtliche Hinweise zur Zahlung von Schadensersatz für die illegale Weitergabe von Inhalten zu erhalten, und können wegen Nichteinhaltung vor Gericht gezogen werden.

Nun stellt sich die Frage, wer den Schaden solcher Urheberrechtsverletzungsfälle von Nutzern einziehen wird und wie viel von den Nutzern in Rechnung gestellt werden sollte. Für eine einzelne Instanz der illegalen Weitergabe von Inhalten müssen Benutzer möglicherweise zwischen 90 und 195 Euro bezahlen. Zumindest werden einige Internetnutzer in Schweden, wo solche Vereinbarungen bereits bestehen, um Schadensersatz gebeten. Die Polizei hat jedoch auch gewarnt, Betrügern, die Schadensersatz wegen illegalen Dateiaustauschs durch Benutzer verlangen, keine Geldstrafen zu zahlen.

Anscheinend hat ein Betrug die schwedischen Internetnutzer nicht dazu gebracht, Geldstrafen für illegales Herunterladen zu zahlen. Es wird angenommen, dass eine von Betrugsbetreibern eingerichtete Internetseite persönliche Daten von Benutzern von ihren Mobiltelefonen sammelt, sobald sie (Benutzer) die Website über das mobile Internet betreten. Die Betrüger, die unter dem Namen einer Arcad World Corp. arbeiten, senden dann eine E-Mail, in der sie behaupten, dass die Benutzer illegal urheberrechtlich geschützte Pornos heruntergeladen haben, und müssen diese auf ein Konto bei der Valartis Bank in Liechtenstein bezahlen. Der Betrüger versuchte auch, Benutzer mit der schwedischen Antipiratbyran-Gruppe zu täuschen, die solche Ansprüche normalerweise im skandinavischen Land bearbeitet. Die Antipiratbyran-Gruppe lehnte jedoch jegliche Beziehung zu den Ansprüchen ab. Und als die schwedische Polizei den Betrug erkannte, warnte sie die Internetnutzer, nicht in die Falle zu tappen.

Beide Vorfälle - das deutsche Gerichtsurteil und der Betrugsbekämpfungsbetrug der Schweden - sind interessant. Als gewöhnlicher Internetnutzer bin ich jedoch nicht amüsiert über die Entwicklungen. Weil beide Vorfälle mich in einer Welt, die bereits chaotisch ist und außerhalb meiner Kontrolle liegt, verletzlicher machen. Und dort sind wir alle; Mitten in einer chaotischen Welt, in der die Haie aller Gewässer unser persönliches (wenn es noch etwas Persönliches gibt) neugierig machen, leben sie für ihren Profit, und die Götter stehen auf ihrer Seite.

Dank an: ZDnet, TorrentFreak

[ttjad keyword = ”hot”]

Das könnte dir auch gefallen
de_DEGerman